Das Jetzt - Die Bedeutung der Zeit in der Gestalttherapie oder: Die Zeiten der Bedeutung in der Gestalttherapie

Zusammenfassung

Dieser Artikel beruht auf dem Eröffnungsvortrag, den der Autor auf der Konferenz der dänischen Gestalttherapeuten am 26. 3. 2011 in Kopenhagen gehalten hat. Deswegen enthält der Text einige spezielle Anspielungen auf Dänemark und Søren Kierkegaard. Der Titel der Tagung war »The Now: The Meaning of Time in Gestalt Therapy.« Der Autor untersucht die Frage, wie das Jetzt auf eine Weise verstanden werden kann, die im Einklang mit den Wurzeln der Gestalttherapie in Phänomenologie, Gestaltpsychologie und Holismus steht. Er zeigt auf, dass Zeitlichkeit und Sinnstiftung eng miteinander verknüpft sind, woraus er ableitet, dass es kein absolutes Jetzt gibt. Stattdessen schlägt er vor, dass die Dauer eines jeweiligen Jetzt im Hinblick auf die Komplexität der Bedeutungen defi niert werden sollte, die es zu schaffen gilt. Daraus ergibt sich die Idee von einer Holarchie von Jetzten, in denen einzelne »sensorische Jetzte«, ein »integriertes sensorisches Jetzt«, ein »semantisches Jetzt«, ein »situatives Jetzt« und ein »hermeneutisches Jetzt« ineinander verwoben sind.

Abstract

The Now: The meaning of time in Gestalt therapy. Or: The times of meaning in Gestalt therapy. This article is based on the inaugural keynote lecture, given by the author at a Danish Gestalt Therapy convention on 26 March 2011. Consequently the text contains some specifi c references to Denmark and Søren Kierkegaard. The conference was entitled »The Now: The Meaning of Time in Gestalt Therapy.« The author examines the question whether the Now can be understood in a way that is compatible with Gestalt therapy’s roots in phenomenology, Gestalt psychology and holism. He demonstrates that temporality and endowment of meaning are closely linked to each other and hence deducts that there is no absolute Now. Instead, he proposes that the duration of each specifi c Now is to be defi ned with a view at the complexities of meanings that need to be created. Thus, the idea of a holarchy of Nows emerges in which individual ›sensory Nows‹, ›the integrated sensory Now‹, a ›situational Now‹ and a ›hermeneutic Now‹ are intertwined.

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