Das Selbst ist eine Illusion

Zusammenfassung

Die Vorstellung, dass es ein (vielstimmiges) „Selbst“ im „Inneren“ des Menschen gibt, wird hinterfragt. Fritz Perls hatte keine einheitliche Vorstellung eines „Selbst“ und beschrieb es als Prozess oder innere Instanz. Aufbauend auf der Neuen Phänomenologie Hermann Schmitz', wird die Vorstellung eines Menschen, der ein „Selbst“ hat, erweitert zu einem Menschen als Bewussthaber ohne „Selbst“. Die Idee von einer Innenwelt im Menschen wird zu einem Leben in Situationen. Der Autor behauptet, dass Gestalttherapie ohne die Vorstellung von einem „inneren Selbst“ wirkungsvoller sein kann. Der Mensch ohne Selbst wird als selbst-loser, sozialer Mensch gesehen im Gegensatz zu den Menschen, die dem Selbst-Optimierungswahn zum Opfer fallen.

Abstract

The Self is an Illusion.The idea of a (many-voiced) “self“ inside man is questioned. Fritz Perls did not have a coherent concept of a “self” and described it as process or inner authority. Based on Hermann Schmitz' New Phenomenology the concept of man who has got a self is widened to a man as an agent of awareness without a “self”. The idea of an inner world inside man is transformed to one of living in situations. The author asserts that gestalt therapy can be more efficient without the concept of an “inner self”. Man without a self is seen as self-less, social human being in contrast to people who become obsessed with the optimization of the self.

Standortbestimmungen - 30. Jahrgang - Heft 1 / 2016
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