Der Körper als Stütze (self-support)

Untersützungen (support) für den Körper: Die Rolle des Körpers in der Gestalttherapie

Zusammenfassung

Unser Körper ist sowohl Ort als auch Instrument unserer Seins- und Weiterfahrung. Als inkarnierte verkörperte Wesen beginnen wir unser irdisches Dasein mit sinnlicher Wahrnehmung und treten mittels Bewegung (Atmung als die erste Bewegung) in Kontakt und Dialog mit unserer Umwelt. So beginnt Leben als eine zutiefst körperliche Erfahrung. Während für den Säugling anfangs noch die Fürsorge durch seine Umwelt (Fremdunterstützung) überwiegt, wird im Verlaufe einer gesunden Entwicklung zunehmend Selbstunterstützung (self-support) hinzugewonnen. Wahrnehmung und Bewegung bleiben jedoch die Grundstützen unserer physischen Existenz. Sind diese beeinträchtigt, hat dies Auswirkungen auf unsere Seins- und Weiterfahrung und umgekehrt. Die Begründer der Gestalttherapie, insbesondere Lore Perls, haben diesen wichtigen Zusammenhang erkannt und nach Möglichkeiten und Ansätzen geforscht, die bis dahin wenig beachtete körperliche Seite unserer Existenz ins therapeutische Arbeiten zu integrieren. In diesem Vortrag werden die verschiedenen Entwicklungsstadien dieses Integrationsprozesses beleuchtet, für den Fritz und Laura Perls den Grundstein legten und der bis heute andauert.

Abstract

The body as self-support — support for the body. The role of the body in Gestalt therapy. Our body as the place as well as the instrument of our experience is twofold: with regard to our being and to the world. We are incarnated embodied beings and thus start our earthly life with sensual perception and contact our environment with movement (breath is the first movement we make). So life begins as a profoundly physical experience. Whereas for the infant initially the support of the environment is paramount, in the course of healthy development, self-support will increase. Perception and movement will however remain the basic pillars of our physical existence and if these are impaired, this will in turn have an impact on our experience of our being and of the world and vice versa. The founders of Gestalt therapy and Lore Perls in particular, did realize this fundamental connection and they explored possibilities and approaches to integrate this neglected physical side of our existence into psychotherapy. The article will discuss the different development stages of this process of integration, which owes its foundation to Fritz and Laura Peris and continues to the present day.

Gestalttherapie 2006, 20/1 - 20. Jahrgang - Heft 1 / 2006
Seite 6 - 17