Ganzheit und Prägnanz

Vor 100 Jahren beschrieb Christian von Ehrenfels erstmals das Gestaltphänomen

Zusammenfassung

Zu den frühesten Quellen der Gestaltbewegung zählt das Werk des Österreichers Christian von Ehrenfels (1859-1932). Mit seinem Aufsatz “Über Gestaltqualitäten” begründete er den Gestaltbegriff, den er als Begriff für Ganzheiten dem atomistischen Denken seiner Zeit entgegensetzte. Die Untersuchung der ursprünglichen Gestaltideen in ihrer unverfälschten Frische ermöglicht es, die Geschichte der Gestaltpsychologie nachzuvollziehen. Ehrenfels entwickelte eine eigene Gestaltphilosophie, die eine universelle Tendenz zur “Höhe der Gestalt” aufzeigt. Neben dieser Prägnanztendenz in der Gestaltstruktur ist eine weitere hinsichtlich der Ausdrucksdichte und Symbolik bedeutsam. Für die Gestalttherapie haben diese Konzepte hohe Relevanz.

Gestalttherapie 1990, 4/2 - 4. Jahrgang - Heft 2 / 1990
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