Geschichte und Identität

Teil 1: Emigranten und Pioniere der Moderne

Zusammenfassung

In die Gestalttherapie sind zwei innovative Projekte eingegangen. Zum einen sind in ihr die Lebens- und Überlebenserfahrungen einer immigrierten europäisch geprägten Großstadtavantgarde, der so genannten expressionistischen Generation, aufbewahrt. Zum anderen repräsentiert Gestalt Therapy von 1951 ein innovatives therapeutisches Projekt, das uns aktuell mit dem verbindet, was der so genannte »relational turn« innerhalb der Psychotherapie und insbesondere der Psychoanalyse genannt wird. Im vorliegenden ersten Teil dieser Arbeit geht es um die Erfahrungen, die der linke deutsche Jude Perls mit den anderen Emigranten der expressionistischen Generation in Bezug auf die Themen Identitätsbildung und -bedrohung teilt. Es wird verdeutlicht, dass die Betonung sowohl von Integration als auch von Autonomie wichtige Überlebenserfahrungen repräsentieren, die diese Generation rückblickend zu Pionieren der Moderne machen.

Abstract

History and Identity. Part 1: Emigrants and Pioneers of Modernity. Two innovative projects have been integrated into Gestalt therapy. On the one hand it holds the lives and surviving experiences of a European avantgarde, which emigrated from the big cities and on the other hand, the Gestalt therapy from 1951 represented an innovative therapeutic project, which connects us with the so called »relational turn« in psychotherapy and psychoanalysis. In this part of the article, the author focuses on those experiences, which the left wing German Jew Perls shared with other emigrants from the expressionist generation, particularly in relation to themes like identity and that identity being threatened. The article emphasises the fact that integration as well as autonomy represent vital survival experiences, which in hindsight, made this generation pioneers of modernity.

Migration - 22. Jahrgang - Heft 2 / 2008
Seite 21 - 32