Nachdenken über Nachkommen der Täter(innen) und Mitläufer(innen) im Nationalsozialismus

Zusammenfassung

Ich beschäftige mich in diesem Artikel an Hand der Folgen der Zeit des Nationalsozialismus mit der Art der Lebensbewältigung der Nachkommen der aktiv am Wahnsinn des Dritten Reichs beteiligten Menschen. Mein Artikel handelt von der Schwierigkeit, das Gute vom Bösen zu unterscheiden und von der Faszination des Nationalsozialismus. Ich bedauere, dass in der Gestalttherapie nicht mehr Auseinandersetzung mit diesem Thema stattfindet. Einen großen Stellenwert haben die Traumatisierungen durch die Vernichtungsmaschinerie der Nationalsozialisten und durch den Krieg sowie deren Weitergabe an die nächsten Generationen. Als heilsames Gegengewicht zu Schrecken zu Schrecken und Trauma, als schöpferische Kraft bleibt die Liebe zwischen den Menschen.

Abstract

Reflections on the descendants of the persecutors and opportunists during National socialism. In this article I attempt to look at the consequences for the descendants of those people who actively participated in the madness of the Third Reich. I am looking at their difficulties to distinguish good from bad and the fascination ot national socialism and I also regret that Gestalt therapy has up to now focussed very little on this topic. Great emphasis is placed on the traumatisations caused by the destructive machinery of the national socialists as well as the war and their passing on to the next generations. And I found that the love between people serves as a healing counter balance to the trauma and fears caused.

Gestalttherapie 2006, 20/2 - 20. Jahrgang - Heft 2 / 2006
Seite 74 - 87